uncharmant

Mitten in das Rücktrittsdrama unseres Bundespräsidenten platzte gestern die nächste Hiobsbotschaft: Zum Juni dieses Jahres schließt die PGH “Charmant” ihren Friseursalon in Abbenrode. Anders als im Falle Wulf scheint die Frage, wer das hohe Amt des Dorffigaros künftig bekleiden wird, niemanden zu nächtlichen Krisensitzungen zu bewegen. Auch die Medien halten sich eigenartigerweise mit Kommentaren zurück. Vielleicht liegt es daran, daß die Anrufbeantworter der regionalen Zeitungsreaktionen und Rundfunkanstalten im Nordharz aus Gründen der Energieeinsparung nach Feierabend abgeschaltet werden? Über die wahren Ursachen kann nur spekuliert werden.
Eines ist jedoch klar: Mit der Schließung dieses strategisch wichtigen Handwerksbetriebes gelingt den Urhebern des Vorhabens ein empfindlicher Schlag tief in die Weichteile der hiesigen Damenwelt. Vorbei scheint die Zeit, da zu dörflichen Höhepunkten wie Schützen – bzw. Feuerwehrball rassige Schönheiten mit kunstvoll onduliertem Haupthaar den männlichen Landbewohnern den Testosteronspiegel ankurbelten. Mag der Durchschnittsabbenröder auch gemeinhin nicht als Kostverächter gelten- der Anblick einer Dorfschönheit (wie oben abgebildet) die selbst Hand an ihre Locken legen musste, wird ihm das Blut in den Lenden gefrieren lassen. Es kann wohl davon ausgegangen werden, daß mit der Schliessung des Etablissements der Genozid einer ganzen Dorfgemeinde eingeläutet werden soll.
Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, welch kranken Gehirnen diese perfiden Gedanken entsprungen sind, denn die Nordharzer Einheizfront wird dem Haarausfall nicht tatenlos zusehen.
Freunde, Bürger, Landsleute! Erhebt Eure Stimmen und protestiert mit uns gemeinsam gegen die Schliessung unseres Frieseursalons ! Heute ist es der Friseur, morgen die Turnhalle und übermorgen der Kindergarten. Überlegt, welche Einrichtungen es im Dorf einst gegeben hat und was davon noch übrig ist.
Auch ein Friseursalon muß natürlich wirtschaftlich betrieben werden. Wir alle gemeinsam haben es in der Hand, daß das möglich ist. In der Abbotheke werden wir eine Liste auslegen, in der Ihr mit Eurer Unterschrift dokumentieren könnt, daß Ihr an dieser Diensleistung im Dorf auch weiterhin interessiert seid. Damit gebt Ihr dem Betreiber oder einem beherzten Nachfolger eine wertvolle Kalkulationsgrundlage. Ihr könnt darin auch Eure Wünsche äußern. War Euch das Angebot bisher vielleicht zu hausbacken? Hattet Ihr Probleme mit den Öffnungszeiten? Habt Ihr spezielle Angebote vermisst? Sagt, wie ein Friseursalon sein muß, damit Ihr ihn besucht.
Oder wäre Euch solch eine Lösung lieber ?

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Kein Respekt vor dem Alter


Heute haben wir ernst gemacht und unseren Alten rausgeworfen. Es war zuletzt mit ihm nicht mehr auszuhalten. Er hat geächzt und rumort und konnte das Wasser nicht mehr halten. Seine Arbeit hat er nur noch mangelhaft verrichtet und dafür ständig versucht uns zu beweisen, daß wir von ihm abhängig seien. Das waren wir auch – bis gestern! Da kam der Neue. Heute nun mußte der Alte rücken. Eine Gnadenfrist lang gewähren wir ihm noch Asyl in der Abstellkammer. Dann werden wir ihn höchstwahrscheinlich einschläfern lassen müssen. Vielleicht kann er jemandem als Organspender noch einen letzten Dienst erweisen? Falls ein Bedürftiger hier mitliest: Melden Sie sich!

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unser theklich Brot – die Wahrheit über die Theke


Schmuck sieht sie aus die Theke in der Abbotheke: in solider Handwerkstradition aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und in warmen Farben bemalt, erweckt sie den Eindruck, als würde sie schon seit ewigen Zeiten an dieser Stelle stehen. Die Abbenröder haben sich an sie gewöhnt, und schenken ihr kaum noch Aufmerksamkeit. Ihre Blicke gehen über sie hinweg zum Brotregal und die Kinder hinterlassen Nasen- und Handabdrücke auf ihrer Scheibe, wenn sie nach den Überraschungseiern Ausschau halten.
Niemand ahnt, daß sie ihre Jugendzeit in einer urigen Printenbäckerei in der Eifel verbracht hat. In einem alten, kleinen Fachwerklädchen war sie aufgestellt und stets war sie von Einheimischen und Touristen umringt, die sich um die leckeren Printen drängten. Dort in Monschau würde sie wohl auch heute noch unverdrossen ihren Dienst verrichten, wenn sich nicht der Printenbäcker entschlossen hätte, sein Geschäft zu erweitern und zu modernisieren.
Die gute alte Theke und ihr Kumpel, der Ladenbackofen wurden kaltherzig in einem virtuellen Auktionshaus zur Schau gestellt, wo wir sie schließlich entdeckten. Man muß fast sagen, daß es Liebe auf den ersten Blick war. Diesen rustikalen Charme den sie auf den Fotos versprühte, wollten wir für die Abbotheke haben. 3,2,1 … waren die Theke und ihr Kumpel unser und wurden in einer Nacht- und Nebelaktion in den Nordharz verfrachtet. Dort gewährte ihnen der Maurermeister Brandes in seinem Baustofflager ein erstes Asyl, denn es war noch tiefer Winter und die Abbotheke war noch nicht mehr als eine Idee.
Erst Monate später wurden die beiden unter Planen und Dämmstoffen wieder hervorgezogen und zu ihrem heutigen Domizil befördert. Dort mußte der Theke allerdings der linke Schenkel amputiert werden, denn so wie sie war, passte sie nicht in die für sie vorgesehene Ecke. Der Eingriff wurde von Meister Reinecke souverän und schmerzlos ausgeführt.
Nachdem auch der Backofen frisch poliert wieder seinen Platz hinter ihr eingenommen hatte, hätte das alte Pärchen sein gewohntes Leben eigentlich fortsetzen können. Doch wie es bei alten Herren nicht selten vorkommt, wurde der Ofen brummig.
Zunächst hielten wir sein Benehmen für eine vorübergehende Unpässlichkeit, aber ein herbeigerufener Spezialist für Ofenheilkunde attestierte ihm eine progressierendes, chronisches Leiden, bei dem über kurz oder lang mit dem Schlimmsten zu rechnen sei.
Ja, es sieht so aus, als würde er die Rente mit 67 nicht erreichen. Noch pfeift und zischt er täglich in seiner Ecke, aber der Nachfolger ist schon im Anmarsch und wir hatten den Eindruck, daß die Theke nicht böse ist, wenn der alte Brummbär aufhört zu röcheln und Platz macht für einen Jüngeren.

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Dümmer, als die Polizei erlaubt…

… ist , wer in seinem Facebookprofil ein Foto von sich selbst als erfolgreicher Ladendieb mit der Beute im Schlüpfer veröffentlicht.
Natürlich haben wir diesen jungen Mann immer argwöhnisch beobachtet. Heute nun hatte er seinen großen Auftritt in der Abbotheke.
Es konnte natürlich sein, daß er aus der Kinderschokolade lediglich eine Tafel Vollmilch-Nuss machen wollte indem er sie sich in die Unterhose steckte und sie dann einfach dort vergessen hat. Als er aber auf höfliche Nachfrage abstritt, etwas in der Hose zu haben, war die niederträchtige Absicht offenbar. Unter Zeugen mußte er endlich das Leugnen aufgeben und zog die Schokolade aus ihrem feuchten Versteck.
Natürlich sind wir froh, den Diebeszügen dieses kleinen Gauners künftig nicht mehr ausgesetzt zu sein, aber Genugtuung über diesen “Fahndungserfolg” verspüren wir nicht. Es macht keinen Spaß, mit Mißtrauen im Laden zu stehen und die Kunden argwöhnisch zu beobachten.
M., das war echt mies von Dir!

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Posttraumatisches Erlebnis


Eine gute Kundin, die keine 200 m entfernt wohnt, kam gestern kurz vor der Mittagspause in den Laden gehastet: “Gut, daß Sie noch aufhaben. Ich brauche noch ein paar Dinge fürs Mittagessen, mußte aber erst die Briefträgerin abpassen, um ihr ein paar Pakete mitzugeben!”
Das verschlug mir glatt die Sprache.
Hey Leute, aufwachen! Auch wenn es die Poststelle erst seit einem halben Jahr wieder gibt in Abbenrode- jetzt ist sie da und die meisten Abbenröder haben diesen Service schon zu schätzen gelernt. Aber das Dorf hat nur 900 Einwohner und die Post ist kein Wohltätigkeitsverein. Wenn der erwartete Umsatz nicht kommt, wird unsere Partnerfiliale ohne viel Federlesen zum Briefmarkenladen degradiert und Ihr könnt Eure Postangelegenheiten wieder in Ilsenburg regeln.

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einfach clever !

So wie in vermutlich allen Selbstbedienungsläden werden auch in der Abbotheke die Waren, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) versehen sind “gewälzt”. Das heisst, daß bei Wareneingängen die neue Ware (mit dem noch längsten Haltbarkeitsdatum) nach hinten bzw. unten in die Regale gestellt wird. So wird (theoretisch) sichergestellt, daß nicht irgendein Artikel immer wieder mit frischen Produkten zugestellt wird und letztendlich verdirbt, weil man ihn nicht rechtzeitig gefunden hat- soweit die Theorie.
In der Praxis hat man es mit der weit vorausplanenden Abbenröder Kundschaft zu tun. Im abgebildeten Fall scheint jemand schon im Dezember ein größere Milchparty in der Zeit vom 16. bis 22. März 2012 zu planen. Anders ist es kaum zu erklären, daß man sich die Mühe macht, die oberen Kartons zur Seite zu stellen, um sich aus der untersten Lage mit Milch zu bevorraten, die statt in 13 Wochen erst in 14 Wochen “abläuft”.
Liebe Kunden, wir “wälzen” die Waren nicht, um Euch zu übers Ohr zu hauen oder zu testen, ob Ihr es merkt. Es ist sicher auch nicht die Langeweile die uns treibt, die Sachen hin und her zu räumen. Es ist für alle besser, wenn die Ware, die wir einkaufen, möglichst komplett verkauft wird. Wenn wir doch einmal übersehen haben sollten, daß in der Auslage etwas liegengeblieben ist, was das MHD überschritten hat, dann sagt es uns einfach und wir entsorgen es bzw. essen es selber.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Etliche von den Lebensmitteln, die wir Ihnen nicht mehr anbieten, verzehren wir selber, da es uns einfach weh tut, sie in den Müll zu werfen. Dummerweise wurden wir noch dazu erzogen, Lebensmittel wertzuschätzen.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdaum! Es ist lediglich ein vom Hersteller festgelegter Zeitpunkt, bis zu welchem er den Erhalt aller Produkteigenschaften garantiert.
Es kann gute Gründe geben, sich im Regal bis an die jüngsten Verpackungen durchzuwühlen und wir werden Ihre Wahl natürlich jederzeit respektieren. Falls es jedoch ausschließlich sportlicher Ehrgeiz ist, der Sie treibt, dann können Sie davon ausgehen, daß Sie Ihre Clevernis nicht unter Beweis stellen müssen, damit wir sie anerkennen.

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wurstlos glücklich ?

Weihnachten kommt immer so plötzlich. Aber wir hatten es geahnt.
Seit etwa zwei Wochen versuchten wir auch bei unserer Kundschaft die Vorfreude zu schüren. In einer generalstabsmäßig angelegten Flugblattaktion breiteten wir das Sortiment unseres Wurst- und Fleischlieferanten vor ihr aus. Es hätte ja durchaus sein können, daß das Lesen solcher Begriffe wie “Rinderfilet” oder “Gänsebraten” erst den Schluck-, dann den Bestell- und schließlich den Kaufreflex auslösen würde.
Vor unserem geistigen Auge stapelten sich säuberlich ausgefüllte Bestellscheine, die wir nur noch zum letztmöglichen Liefertermin der Fleischerei durchgeben mußten. Es war ein schöner Traum, daß die Versorgung der Abbenröder Dorfbevölkerung planbar wäre.
Natürlich gibt es im Dorf ein paar Streber, die uns quasi im Handumdrehen ihre Bestellscheine in Schönschrift auf die Theke schmetterten. Das Gros der Bevölkerung liebt aber den Nervenkitzel- unseren! Bis fünf Minuten nach Redaktionsschluss mimten sie die Ahnungslosen um dann mit der Frage zu punkten:” Ach, morgen ist Heiligabend und übermorgen haben Sie zu?? Dann brauche ich aber dringend … und … und …!!” Aber wir sind die Cooleren! “Kein Problem. Kümmern Sie sich um Ihre Geschenke. Wir machen den Rest!”
Über die Hatz durch den überfüllten, leergekauften Großmarkt berichte ich (vielleicht) in einem späteren Post.
Gottlob haben wir aber noch die Streber. Solche Kunden verweichlichen den Einzelhändler total. Alles klar, alles langweilig, keine Herausforderung: alles schnell zusammengezählt und telefonisch bestellt- 2 Großpackungen Blutwurst, 1 Großpackung Leberwurst, 2 kg Rinderfilet …
Den Kick bringt in diesem Fall höchstens noch der Fahrer, der am nächsten Morgen die Ware anliefert und mit einem spitzbübischen Grinsen zwei einzelne Blutwürste, zwei Leberwürste und 20 kg Rinderfilet auf den Thresen hieft.
Aber wie schon gesagt – die Cooleren sind wir!
Wir wünschen allen Kunden (ob mit oder ohne erfülltem Wurstwunsch) ein frohes Fest und möchten in dem Zusammenhang daran erinnern, daß Sie Ihre Osterbestellung bis zum 4.4.2012 bei uns abgegeben haben sollten.

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kurze Werbeunterbrechung


Kleiner Service für den Heimatverein:
Pünktlich zum Fest ist die 31. Ausgabe des Abbenröder Heimatblattes erschienen.
Die Zeitung umfasst 110 Seiten und hat einen Farbsonderteil mit Bildern von der Festwoche zur 925-Jahrfeier unseres Dorfes.
Erhältlich ist sie in

- Abbenrode    in der “Abbotheke” und beim “Autodienst Mahlert”
- Stapelburg    im Fahrradladen “Brockenbike”
- Ilsenburg       in der Stadtbibliothek
- Vienenburg   in der “Bäckerei Hundertmark”

Zum Preis von 5,00 € (im Abo 4,00 €) gibt es wie immer viel Kurzweiliges und Interessantes aus dem Dorfleben in Geschichte und Gegenwart.
Und für die Interessierten, die neben der Rückschau auch einen Blick in die Zukunft werfen wollen geht es hier zum Veranstaltungskalender 2012.

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Bald nun ist (Mühlen)Weihnachtszeit


Wer stapft da fluchend durch den Tann?
Ist das nicht der Weihnachtsmann?
Er hat es eilig und er lockt,
mit Möhren ein Kamel. Das bockt.

Sein Rentier, das er lang gehegt,
hat der TÜV ihm stillgelegt.
Es wär’ nicht sicher im Verkehr.
Ein neues Lasttier musste her!

Der Händler offerierte schnell
ein Sondereditionsmodell.
Mit neuster Hochtechnologie,
sei ausgestattet dieses Vieh.

Oh, wie sich da die Balken bogen.
Die Bilder in den Kata logen.
Statt Soundanlage, Navi, Klima,
gabs Fellbezug und Kompass. Prima!

Er wollt’ noch reklamieren, blos
war der Termindruck schon zu groß.
Der Händler hinterhältig lacht:
„Das zweite Lichtlein ist entfacht!“

„Und wenn die dritte Kerze brennt,
ist Mühlenweihnacht im Advent.“
Da bleibt dem leidgeprüften, guten
Mann nur schleunigst sich zu sputen.

Als Dienstleister von altem Holz,
ist Pünktlichkeit sein ganzer Stolz.
Und wenn das Vieh er tragen muss.
Zur Not nimmt er den Linienbus.

Um 17 Uhr, das ist sein Motto,
klopft er ans Tor der Mühle Otto.

… und damit er dort dann nicht allein steht, laden der Reha- und Gesundheits- sowie der Heimatverein alle Abbenröder und ihre Gäste am 3.Advent ab 15.00 herzlich ein, sich in der festlich geschmückten Mühle in weihnachtliche Stimmung versetzen zu lassen.
Während die Märchenfee den kleinen Gästen auf dem Mühlenboden aus ihrem großen Buch vorliest, können die erwachsenen Besucher selbstgebackene Kuchen, Bratwurst, Glühwein und andere Leckereien probieren.
Technikbegeisterte können mit eigenen Augen den Mahlvorgang der Mühle bestaunen und anschließend am Lagerfeuer das Mehl zu Stockbrot verarbeiten.
Sie sind doch auch dabei, oder ?

 

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Kartoffelpü und Co.

Falls es bereits einen Stammleser der Abbothekenrundschau geben sollte, so wird sich dieser daran erinnern, daß die historischen Wurzeln der Abbotheke bis weit in das Mittelalter hineinreichen.
Zu jener Zeit waren Pädo- und Zoophilie gerade erst auf den Führungsetagen der katholischen Kirche in Mode gekommen, weshalb man Abos Notizen zu diesem Schnappschuss aus der Klosterküche vertrauen kann, wonach die im Vordergrund abgebildeten Personen in auschließlich dienstlichem Interesse dem vor ihnen auf dem Tisch liegenden Hasenkind auf die Geschlechtsteile starren.
Auch, daß die unschuldige Kreatur alsbald seines ärmlichen Fellkleides entledigt wurde, geschah mit ausschließlich seriösen Absichten. Da die Funktionsfaser zu jener Zeit noch nicht erfunden, die Winter jedoch arschkalt waren, dienten Pelzapplikationen auf der Unterwäsche den Augustinern als Schutz vor Erfrierungen ihrer edelsten Teile.
Die Spender der flauschigen Intimbekleidung wurden von den Mönchen hoch verehrt. Da sie ihren Job in der Unterwäscheindustrie meist mit dem Leben bezahlten, wurden pompöse Bestattungsrituale für sie zelebriert. Ihre jugendlich zarten Körper wurden mit köstlichen Ingredienzien wie Rotwein, Buttermilch, Senf und Gewürzen gesalbt und gepudert. Alsdann wurden die solcherart präparierten Leichname liebevoll auf ein mit Wurzelwerk, getrockneten Pilzen und aromatischen Beeren bekränztes Lager gebettet, um mit einem guten Tropfen vor der Kremierung nocheinmal auf sie anzustoßen und für ihr Lebenswerk zu danken. Damit waren die ofiziellen Totenfeiern abgeschlossen und Ottonormalmönch ging wieder zur Tagesordnung über.
So konnte es ihm leicht entgehen, daß der mit der Vebrennung der Toten beauftragte Hausmeister ein liederlicher Geselle war, der seinen Pflichten nicht immer ernsthaft nachkam. Oftmals schaffte er zuwenig Brennholz herbei so, daß das Feuer vorzeitig erlosch. Meist pruckelte er die verkohlten Reste dann schlecht und recht durch den Ascherost aber manchmal waren die Brocken einfach noch zu groß und elastisch und in seiner Angst vor Entdeckung versteckte er sie in der klösterlichen Speisekammer.
Natürlich geschah, was geschehen mußte: eine Aushilfskraft erwischte in der Spätschicht eines dieser Leichenteile und schleppte es zum Abendbrot ins Refektorium.
Der Hausmeister erstarrte vor Angst, aber oh Wunder, sein oberster Dienstherr, der es liebte, als Partygag hin und wieder Wasser zu Wein zu verwandeln, wollte ihm wohl eine letzte Chance geben. Ohne nach den Umständen der Speisenzubereitung zu fragen, griffen die Mönche herzhaft zu und fanden das Fleisch der armen Seelen äußerst schmackhaft und verlangten es fortan regelmäßig auf ihrer Tafel zu sehen.
Nun reichten die regulär verstorbenen Zulieferer der Unterwäscheproduktion schon bald nicht mehr aus, um die Fleischeslust der frommen Brüder zu befriedigen und der Hausmeister zog nachts mordend durch den Wald. Er tötete alles, was groß genug war, um nicht durch den Rost zu fallen, perfektionierte Technologie und Lagerung der gerösteten Körperteile und zog später sogar mit einer eigenen Kochshow durch das Bistum.
Seine Rezepte haben sich in der Klosterbibliothek bis heute erhalten und trotz einiger Skrupel ob des Ursprunges dieser Speisen hat sich die Abbotheke entschlossen, diese Tradition zu bewahren und den Dorfbewohnern die Zutaten dafür anzubieten.
Von zartem Wildbret, über Rotkraut, Klöße und den passenden Wein finden Sie bei uns alles, was den Klosterbrüdern seinerzeit auch schon gemundet hat. Damwild aus der Zucht eines ortsansässigen Waidmannes ist dabei praktisch ständig verfügbar- anderes Wild in Abhängigkeit vom Jagderfolg.
Die Tiere werden vom Lieferanten fachmännisch zerlegt und das gut abgehangene Fleisch kann in einer professionellen Vakuumverpackung bis zu sechs Wochen ohne Qualitätsverluste gelagert werden.

Was essen Sie eigentlich zu Weihnachten?

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